Neue Wege 2.26 Wem gehört die Effingerstrasse?

Redaktion Neue Wege, 27. Februar 2026
Neue Wege 2.26

Überall, wo Menschen stehen und gehen, lohnt sich ein solches Experiment: sich mit offenen Sinnen auf einen Ort einzulassen, einmalige Lebensgeschichten zu vernehmen und zu lernen, wie das alles mit den offenen Fragen und Kämpfen der Gegenwart und mit der ganzen Welt zusammenhängt.

Die Effingerstrasse in Bern steht exemplarisch für jede andere Strasse. Wer hat die Effingerstrasse gebaut, und wem gehört sie? Wer verkehrt auf und an der Effingerstrasse, und wer hat ein Recht, da zu wohnen? Wer protestiert auf der Effingerstrasse, und wer findet hier einen Ort von – sogar auch religiöser – Beheimatung?

Matthias Hui und Geneva Moser von der Redaktion der Neuen Wege sind durch die Effingerstrasse spaziert und haben Menschen getroffen, deren Arbeit dort mit ihrer Herkunft aus Vietnam oder dem Iran zu tun hat. Sie stiessen auch auf unerwartete religiöse Spuren auf diesem Kilometer Welt.

Der Journalist Basil Weingartner hat an der Effingerstrasse unterschiedlichste Wohnrealitäten entdeckt. Vor diesem Hintergrund stellt er die Frage, wie es um das Recht auf Wohnen steht. Noah Pilloud, Redaktor beim Journal B, beleuchtet die Entwicklungen in der städtischen Politik in Bern im Hinblick auf Zwischennutzungen und Hausbesetzungen, für die die Effingerstrasse ebenfalls steht.

Die Effingerstrasse wurde kürzlich in hochsommerlicher Hitze saniert. Tabea Schünemann und Matthias Hui von der Redaktion suchen mit Bauarbeitern, Klimaaktivist*innen und einem Soziologen Antworten auf die Frage, wie Kämpfe rund um Arbeit neu verstanden werden können und Solidarität entstehen kann.

Im Gespräch machen die Stadtforscherin Claske Dijkema und der Quartierarbeiter Patrick Krebs deutlich, wie gewöhnlich und gerade deshalb spannend diese Strasse ist. Das Gespräch wie auch die Bildstrecke des Fotografen David Fürst sind Resultate einer schönen Kooperation mit den Berner Medien Radio RaBe und Journal B. Weitere multimediale Inhalte zur Effingerstrasse werden auch auf diesen beiden Plattformen zu sehen sein.

Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich das Neue Wege-Team von der Co-Redaktionsleiterin Geneva Moser nach sieben Jahren Zusammenarbeit– à bientôt und alles Gute!

 

Inhalt

Wohnen: ein lukratives Menschenrecht
Basil Weingartner

Die Zwickmühle der Zwischennutzung
Noah Pilloud

Ein Kilometer Welt
Matthias Hui und Geneva Moser

Solidarität auf der Strasse
Tabea Schünemann und Matthias Hui

Eine ganz gewöhnliche Strasse
Gespräch mit Claske Dijkema und Patrick Krebs

Bildstrecke: Menschen an der Effingerstrasse
David Fürst

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Anstoss!: Fremde
Ozan Zakariya Keskinkılıç

Weltenlage: EU-Migrationspolitik und der Krieg im Sudan
Ilaaf Khalfalla

Déjà-vu: Ein Theologe im Dreck
Hansheiri Zürrer

Gefühlsduselei: Rot und fromm
Geneva Moser

Lesen: Jesus und das Klima
Köbi Gantenbein

Nadelöhr: Der Krieg und die Schweiz
Matthias Hui

In eigener Sache: Abschied von Geneva Moser aus der Redaktionsleitung 
Redaktionsleitung und Vorstand Neue Wege


Beilage Erwägungen 1/2026: Verantwortung tragen
Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung


Bestellung Einzelheft (60 Seiten, CHF/EUR 12.-): 
Neue Wege, Administration
Pfingstweidstrasse 28, CH-8005 Zürich
+41 (0)44 205 99 69
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Diese Schwerpunktausgabe wurde möglich dank grosszügiger Unterstützung des JournaFONDS, der Kirchgemeinde Frieden-Heiliggeist Bern und der Gesellschaft zu Ober-Gerwen Bern.

Am Samstag, 25. April feiern die Neuen Wege die Heftvernissage mit zahlreichen an diesem Heft beteiligten und in diesem Heft beschriebenen Personen, natürlich an der Effingerstrasse in Bern.