Neue Wege 1.26 Globale Perspektiven

Redaktion Neue Wege, 18. Dezember 2025
Neue Wege 1.26

Wie sieht die Welt von 2026 aus unterschiedlichen Perspektiven aus – aus argentinischen oder honduranischen, simbabwischen oder südafrikanischen, koreanischen oder sri-lankischen?

Für ihre erste Ausgabe im Jahr 2026 klopft die Zeitschrift Neue Wege bei einer Reihe von Kirchenleuten, Theolog*innen, Aktivist*innen an, die nicht – oder nicht nur – im «Westen» zu Hause sind. Sie leben, mit der Mehrheit der Weltbevölkerung, im viel grösseren «Rest». Wie versuchen sie von ihren jeweiligen Orten aus die gegenwärtigen Kriege und Krisen dieser Welt zu verstehen? Welche aktuellen Entwicklungen beobachten sie in den unterschiedlichen Kirchen und sozialen Kämpfen?

Im Heft finden sich gleich vier Beiträge in Gesprächsform: Jürgen Schübelin spricht mit kirchlichen Aktivist*innen in den USA und in Lateinamerika über die Dammbrüche in der politischen Kultur und die Erfahrungen von Solidarität. Der Theologe Kenneth Mtata aus Simbabwe macht auf vielfältige und auch widersprüchliche afrikanische Perspektiven auf das Weltgeschehen auf-merksam. Die Theologin Meehyun Chung berichtet aus Südkorea, wie Polarisierungen aus dem Kalten Krieg zurückzukehren drohen. Der deutsche Theologe Ulrich Duchrow analysiert die globalen ökumenischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte und ihr prophetisches Potenzial. In zwei feministisch-theologischen Essays entfalten die in den USA lehrenden Kwok Pui-lan aus Hongkong und Keunjoo Christine Pae aus Südkorea Verbindungen zwischen Krieg, Religion und widerständiger Hoffnung.

Zwischen den im Heft versammelten Gesprächen und Texten gibt es überraschende Verbindungen. Oft wird deutlich, was evangelikale Strömungen mit autoritärer Weltordnung zu tun haben können. Und diese wiederum führt zu Kriegsregimen, aber auch zu rigider Geschlechterpolitik, und koloniale Strukturen werden sichtbar. Viele Beteiligte kommen auf Gaza zu sprechen – als Brennpunkt vernichtender Gewalt, als Labor einer Welt ohne Recht und Menschenwürde, wie sie auch anderswo, bis hin zum Genozid, Normalität zu werden droht.

Zusammen mit jenen, die Konflikte, Traumata und Tragödien durchleben müssen, suchen die Autor*innen dieses Hefts neue politische Visionen und Theologien des Friedens. Wie bleibt diese Erde bewohnbar, und wie werden Orte des Krieges gemeinsam bewohnbar?

 

Inhalt

«Diesmal geht es um Leben oder Tod»
Jürgen Schübelin

Gaza – theologische Reflexionen aus dem Globalen Süden
Kwok Pui-lan

Die demokratische Teilhabe wird minimal
Gespräch mit Kenneth Mtata

Den Polarisierungen etwas entgegensetzen
Gespräch mit Meehyun Chung

Prophetische Kräfte in den Kirchen
Gespräch mit Ulrich Duchrow

Erinnerungen an Gaza, Korea und den Frieden
Keunjoo Christine Pae

Bildstrecke Theater postkolonial
Simone Dede Ayivi

Anstoss!: Und wir?
Iren Meier

Weltenlage: Das Überleben von Millionen
Kristina Lanz und Laura Ebneter

Zeit für eine neue Klimabewegung
Mathias Gnädinger

Gefühlsduselei: «Gräuel, Terror, Korruption»
Geneva Moser

Lesen: Selbstwirksamkeit durch den grossen Knall
Geneva Moser

Lesen: Religiöser Sozialismus für jeden Tag
Geneva Moser

Nadelöhr: Gestellter Wecker
Matthias Hui

In eigener Sache: Neu in der Redaktionsleitung / Von Solidarität getragen
Redaktion Neue Wege

 

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