Widerstand, Fürsorge und kollektive Trauer im ­Bündnis ­ Justice 4 Nzoy

Aliya (sie), Nada Sayed, 22. Oktober 2026
Neue Wege 6.26

Am 30. August 2021 wird Roger Nzoy am Bahnhof Morges von einem Polizisten erschossen. Seither kämpfen Angehörige und Unterstützer*innen um Auf­klärung und gegen das Vergessen. Im Bündnis Justice 4 Nzoy wird Trauer auch zu einer Form politischer Praxis.

Am 30. August 2021 steigt der 37-jährige Roger Nzoy am Bahnhof Morges im Kanton Waadt aus dem Zug. Es geht ihm nicht gut. Er befindet sich in einer Krise und zieht sich zwischen stillgelegte Züge zurück, wo er betet. Ein Gleisarbeiter ruft die Polizei. Wenig später treffen vier Polizist*innen ein. Einer zieht seine Waffe und schiesst auf Nzoy, dreimal. Nzoy versucht sich vergebens zu wehren. Alle vier Polizist*innen unterlassen jegliche Form von Hilfeleistung, und Roger Nzoy stirbt noch am Bahnhof.

Seither kämpfen Angehörige und Unterstützer*innen für die Aufklärung der Umstände seines Todes und gegen das Vergessen. Sie dokumentieren, recherchieren, begleiten juristische Verfahren und machen auf die rassistischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Falls aufmerksam. Aus der Trauer um Nzoy ist eine kollektive politische Praxis entstanden.

Im Gespräch erzählt Aliya vom Bündnis Justice 4 Nzoy, was Gerechtigkeit hier überhaupt bedeuten kann, was es heisst, gemeinsam zu trauern, Erinnerung gegen institutionelles Vergessen zu verteidigen und dabei Fürsorge und Widerstand miteinander zu verbinden.

Wieso sind Sie Teil des Bündnisses Justice 4 Nzoy?

Aliya: Ich kannte Nzoy als Freund, und genau deshalb ist es mir wichtig, nicht nur über seinen Tod, sondern auch über den Menschen und das Leben hinter dieser Geschichte zu sprechen. In der Öffentlichkeit wird sehr schnell nur noch über seinen Tod, Polizeigewalt oder einen politischen Fall gesprochen. Aber bevor Nzoy zu einem Fall wurde, war er ein Mensch. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich mich im Bündnis einbringe. Eine Gesellschaft ohne Rassismus und Polizeigewalt befreit uns alle.

Wann haben Sie begonnen, Trauer und Verlust als Teil Ihrer politischen Arbeit zu verstehen?

A: Ich glaube, ich habe das aus eigener Erfahrung verstanden, noch bevor ich dafür die politischen Begriffe hatte.

Wenn jemand durch Gewalt getötet oder verletzt wird, insbesondere wenn Institutionen daran beteiligt sind, besteht die Tendenz, dass das Ereignis sehr schnell zu einem Fall, einer Nummer, einem Verfahren, einer Akte wird. Aber für die Menschen, die diese Person kannten, gibt es keinen «Fall». Es gibt einen Menschen aus ihrem Leben, der plötzlich fehlt.

Und ich glaube, genau da wird Trauer politisch. Denn wie wir uns an jemanden erinnern, ist nicht neutral. Welche Geschichten wiederholt werden, welche Geschichten hinterfragt werden, welche Todesfälle Beachtung finden, welche Todesfälle aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwinden – all das hängt mit Macht zusammen.

Durch die Arbeit rund um Nzoy habe ich noch stärker verstanden, dass Trauer zu einer Form des Widerstands werden kann. Nicht, weil Trauer an sich das System über Nacht verändert, sondern weil sie die Vorstellung ablehnt, dass wir eine offizielle Darstellung einfach akzeptieren und dann weitermachen sollten. Für mich bedeutet das Gedenken an jemanden auch zu sagen: Du warst hier. Du warst wichtig. Dein Leben lässt sich nicht auf die Umstände deines Todes reduzieren.

Das ist besonders wichtig, wenn die Umstände des Todes einer Person umstritten sind oder wenn Menschen das Gefühl haben, dass die offizielle Erklärung nicht die Person widerspiegelt, die sie kannten, oder das, was sie erlebt haben. Trauer muss also nicht etwas sein, das erst nach der politischen Arbeit kommt. Manchmal ist es gerade die Trauer, die es unmöglich macht, die politische Arbeit aufzugeben.

Wer war Nzoy für die Menschen, die ihn kannten?

A: Nzoy war ein sehr grosszügiger und empathischer Mensch mit vielen Talenten und handwerklicher Begabung. Er hatte tiefe Gedanken, seinen Glauben an Gott. Seine grösste Leidenschaft waren Musik und Texte. Er liebte Gesellschaft, er liebte es, mit seiner Familie und Freunden zusammen zu sein. Feiern konnte er auch gut. Er war als ein sehr loyaler Mensch wirklich für andere da. Er hat sehr viel Liebe gegeben. Mich beeindruckte immer, dass er so viele Menschen auf verschiedensten Lebenswegen kannte, und jede*r, der oder die ihn kannte, hat mindestens eine unvergessliche Story mit ihm erlebt.

Er konnte sehr laut, euphorisch und voller Energie sein. Er hatte seine Meinung und seine Lebenseinstellung und war immer authentisch. Und genau das gehört für mich auch zu seinem Bild. Er war nicht irgendeine perfekte, glattpolierte Figur. Er war lebendig.

Wir haben manchmal ganze Nächte miteinander geredet, über wirklich alles. Er war sehr interessiert und neugierig, wollte Dinge verstehen, stellte Fragen und interessierte sich für unglaublich viele Themen. Und er hatte selbst diesen humanitären Blick auf die Welt. Er war jemand, der nicht einfach weggeschaut hat, wenn andere Menschen Unrecht erfahren haben. In diesem Sinne war er für mich selbst eine Stimme für Menschen, deren Stimme oft nicht gehört wird.

Und natürlich erinnere ich mich auch an sein Lächeln. Dieses Lächeln war für mich und viele, die ihn kannten, wirklich wie die Sonne. Deshalb fällt es mir schwer, Nzoy nur über die letzten Minuten seines Lebens zu beschreiben. Wenn wir nur über die drei Schüsse sprechen, erzählen wir eigentlich nur einen winzigen Bruchteil seiner Geschichte.

Für mich bedeutet Erinnerung deshalb auch, genau diesen Menschen sichtbar zu halten: seine Grosszügigkeit, seine Empathie, seine Neugier, seine Energie, seine Liebe, aber auch seine Lautstärke, wie er die Welt wahrgenommen hat.

Was bedeutet es, Zeug*in gegen das offizielle Vergessen zu werden? Was für eine Rolle spielt Dokumentation in diesem Prozess?

A: Für mich bedeutet Zeugin zu sein, mich zu weigern, dass die erste offi­zielle Version einer Geschichte automatisch zur endgültigen Version wird.

Institutionen verfügen über ihre Strukturen, Anwält*innen, Berichte, eine offizielle Sprache und Zugang zu Informationen. Familien und Gemeinschaften haben diese Dinge nicht unbedingt. Und plötzlich wird von trauernden Menschen erwartet, dass sie recherchieren, dokumentieren, kommunizieren, sich einsetzen und Darstellungen hinterfragen, während sie noch versuchen überhaupt zu verstehen, was passiert ist. Da wird die Dokumentation extrem wichtig. Aber ich betrachte Dokumentation nicht nur als das Sammeln von Beweismitteln für ein Gerichtsverfahren, sondern auch als ein Bewahren der Erinnerungen an diese Person. Dinge wie Fotos, Zeugenaussagen, Briefe, Videos, Gespräche, Zeitachsen können Teil eines Archivs über das Leben eines Menschen werden. Das hat etwas zutiefst Menschliches an sich.

Die Dokumentation kann der Gefahr entgegenwirken, dass die Person, die unter gewaltsamen oder umstrittenen Umständen zu Tode gekommen ist, verschwindet, und der Fall bleibt. Sie ermöglicht es uns, nicht nur festzuhalten, was geschehen ist, sondern auch, wer diese Person war, samt ihren Beziehungen, ihrer Persönlichkeit, ihren Träumen, ihren Widersprüchen, ihrem Humor, ihrer Menschlichkeit. Deshalb betrachte ich Dokumentation sowohl als Widerstand als auch als Fürsorge. Als Widerstand, weil wir unsere eigene Aufzeichnung dessen bewahren, was geschehen ist. Als Fürsorge, weil wir die Erinnerung an die Person über das hinaus bewahren, was ihr widerfahren ist.

Angehörige und Freund*innen müssen zu Ermittler*innen, Archivar*innen und ­öffentlichen Fürsprecher*innen werden, während sie selbst noch trauern. Wie gehen Sie in Ihrem Bündnis um mit dieser unmöglichen Last? Welche Strukturen haben Sie geschaffen, um Unterstützung zu leisten?

A: Als Erstes muss man erkennen, wie ungerecht diese Last ist. Stellt euch vor, ihr verliert jemanden, den ihr liebt, und dann wird plötzlich von euch erwartet, dass ihr rechtliche Verfahren versteht, Dokumente sammelt, mit Journalist*innen sprecht, mit In­­stitutionen kommuniziert, nach Informationen sucht und das Andenken an diese Person verteidigt – und das über Jahre hinweg. Das ist eine enorme Last.

Ein Fehler, zu dem man in dieser Situation schnell tendiert, ist anzunehmen, dass eine Familie, nur weil sie für Gerechtigkeit kämpft, immer für den politischen Kampf zur Verfügung stehen muss. Aber Trauer funktioniert so nicht. Es gibt Momente, in denen Menschen sprechen wollen, und Momente, in denen sie es nicht wollen. Es gibt Tage, an denen sie kämpfen wollen, und Tage, an denen sie einfach nur eine Familie sein wollen.

Familien zu unterstützen bedeutet also, sie zu fragen, was sie tatsächlich brauchen, anstatt anzunehmen, was wir glauben, dass sie brauchen. Manchmal bedeutet das, bei der Dokumentation zu helfen. Manchmal bedeutet es, bei der öffentlichen Kommunikation zu helfen. Manchmal bedeutet es, an Versammlungen oder Demonstrationen teilzunehmen, damit sie nicht allein dastehen müssen. Und manchmal bedeutet es einfach nur, da zu sein.

Ich denke, wir müssen auch darauf achten, die Trauer eines Menschen nicht zum politischen Spielball zu machen. Eine Familie sollte niemals gezwungen sein, ihren Schmerz immer wieder offenzulegen, damit die Gesellschaft glaubt, dass ein Unrecht geschehen ist.

Für mich bedeutet Solidarität, die Last zu teilen, ohne sich die Geschichte einer anderen Person anzueignen.

Was bedeutet es konkret, kollektiv zu trauern? Was passiert dabei, was durch individuell geführte juristische oder ­politische Kämpfe nicht geschehen kann?

A: Rechtliche Verfahren haben ihre eigene Sprache. Sie fragen: Was ist passiert? Welche Beweise gibt es? Wer ist verantwortlich? Welches Recht gilt? Diese Fragen sind wichtig. Kollektives Trauern schafft einen Raum, in dem die Menschen den Verlust nicht alleine tragen müssen. Die Trauer stellt andere Fragen. Wer war dieser Mensch? Was hat er oder sie uns bedeutet? Was haben wir verloren? Und was sagt sein oder ihr Tod über die Gesellschaft aus, in der wir leben?

Wenn Menschen zusammenkommen, um zu trauern, verändert sich etwas, denn der Verlust wird als kollektives Erlebnis sichtbar. Eine Demonstration, eine Gedenkfeier, eine Mahnwache, ein Konzert, Poesie, Musik – all das kann Räume schaffen, in denen Menschen etwas zum Ausdruck bringen können, das nicht unbedingt in ein juristisches Dokument passt. Das ist extrem wichtig, denn Gewalt kann sehr isolierend wirken.

Und politisch kann das sehr wirkungsvoll sein, weil kollektives Trauern Gemeinschaft um Formen von Gewalt herum schafft, die darauf abzielen, Menschen zu isolieren. Es zeigt auch auf die Missstände unserer Gesellschaft und deren Strukturen. Aber ich glaube nicht, dass kollektives Trauern immer zu Aktivismus werden muss. Manchmal müssen Menschen einfach nur trauern. Einen Raum zu schaffen, in dem Menschen das gemeinsam tun dürfen, hat auch eine politische Bedeutung.

Ihre Arbeit wird auch von Wut angetrieben: Können Sie uns erzählen, wie Trauer und Wut, beides als Formen der Fürsorge, politisch miteinander in Verbindung stehen?

A: Ich sehe Trauer und Wut eigentlich nicht als Gegensätze. Sehr oft entspringt Wut aus Liebe. Man ist wütend, weil einem etwas wichtig war. Man ist wütend, weil einem jemand wichtig war. Man ist wütend, weil man glaubt, dass etwas anders hätte sein sollen. Für mich bedeutet Trauer also: Diese Person war wichtig. Und Wut bedeutet: Was ihr widerfuhr, ist wichtig. Die Gefahr besteht darin, dass Wut zum einzigen Faktor wird, der eine Bewegung am Leben erhält, denn irgendwann brennen die Menschen aus.

Wie halten Sie diese Arbeit emotional durch? Was passiert mit einer Bewegung, wenn es keinen Raum für Trauer gibt, um den Verlust gemeinsam zu verarbeiten?

A: Ich glaube, das ist etwas, worüber wir in der Bewegung nicht immer genug sprechen. Wir können sehr gut darin sein, Menschen rund um den Schmerz zu mobilisieren, aber nicht unbedingt darin, uns um die Menschen zu kümmern, die diesen Schmerz tragen.

Man kann Trauma nicht ständig in politische Produktivität umwandeln und erwarten, dass es den Menschen weiterhin gut geht. Manchmal müssen wir einen Schritt zurücktreten, um die Arbeit aufrechtzuerhalten: gemeinsam lachen, Musik hören, essen, Freundschaften pflegen, einfach beisammensitzen, ohne über den Fall zu sprechen. Auch das ist politisch. Denn wenn wir für eine humanere Gesellschaft kämpfen und uns dabei selbst zerstören, läuft etwas schief. Wir müssen Formen des Widerstands entwickeln, die den Menschen Raum lassen, menschlich zu bleiben.

Sie haben im Fall von Nzoy mit Border Forensics1 zusammengearbeitet. Was wird sichtbar, wenn wir den Polizeibeamten und den Grenzwächter nicht als getrennte Figuren, sondern als Teil derselben ­politischen Landschaft betrachten?

A: Die Arbeit am Fall Nzoy hat mich dazu gebracht, viel tiefer darüber nachzudenken, wie verschiedene Formen institutioneller Gewalt miteinander verbunden sein können. Polizeigewalt und Gewalt an der Grenze sehen nicht unbedingt gleich aus. Sie finden an unterschiedlichen Orten und durch unterschiedliche Mechanismen statt. Betrachtet man jedoch das grössere politische Umfeld, tauchen Fragen auf: Wessen Leben wird als wertvoll angesehen, wessen Erfahrungen werden geglaubt, wer wird als bedrohlich wahrgenommen, wessen Leiden findet Beachtung, und wessen Geschichten lassen sich von Institu­tionen leichter abtun? Nzoys Fall hat mir auch gezeigt, wie schnell ein Mensch auf eine bestimmte Erzählung reduziert werden kann.

Anstatt dass die Menschen fragen: «Wer war Nzoy? Was hat er erlebt? Wer hat ihn geliebt? Wie sah sein Leben aus?», kann sich die öffentliche Diskussion auf den Moment seines Todes konzentrieren. Für mich ist das äusserst problematisch. Nzoy war nicht einfach nur die Umstände seines Todes. Er war ein Mensch, ein Freund, ein Bruder, ein geliebter Mensch, jemand mit einer Vergangenheit und einer nun fehlenden Zukunft.

Die gemeinsame Arbeit an diesem Fall hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Kämpfe miteinander zu verknüpfen, ohne dabei ihre Unterschiede auszublenden. Es geht nicht darum, dass wir nicht zwischen Polizeigewalt, Rassismus, Gewalt an den Grenzen und anderen Formen institutioneller Gewalt unterscheiden sollen, aber wir müssen fragen, welche Strukturen sie miteinander verbinden und was sichtbar wird, wenn wir aufhören, jeden Fall als isolierten Vorfall zu betrachten.

Der jüngste Bericht von Border Forensics über Nzoy argumentiert ausdrücklich, dass Gerechtigkeit über strafrechtliche Sanktionen hinausgeht und die Aufdeckung der Wahrheit, die Wiederherstellung der Erinnerung sowie die Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus umfasst. Was bedeutet Gerechtigkeit in Ihrer Arbeit?

A: Ich denke, strafrechtliche Rechenschaft kann ein Teil der Gerechtigkeit sein, aber ich glaube nicht, dass Gerechtigkeit damit endet. Zur Gerechtigkeit gehört auch die Wahrheit, dazu gehört Anerkennung, dazu gehört Rechenschaft, dazu gehört es, die Würde der geschädigten Person und das Leid der Hinterbliebenen anzuerkennen. Gerechtigkeit zu schaffen, bedeutet auch, die Strukturen zu verändern, damit das Geschehene nicht einfach zu einem weiteren historischen Beispiel wird, über das wir Jahre später diskutieren.

Ich habe auch ein Problem mit der Vorstellung, dass trauernde Menschen irgendwann «weitermachen» sollten. Ich verstehe, was die Leute meinen, wenn sie das sagen. Das Leben geht weiter, und die Menschen müssen weiterleben können. Aber es gibt einen Unterschied zwischen «vorwärtsgehen» und «weitermachen». «Weitermachen» kann manchmal bedeuten, etwas hinter sich zu lassen.

«Vorwärtsgehen» kann bedeuten, die Erinnerung mit sich zu tragen und gleichzeitig weiterzuleben. Ich glaube nicht, dass die Erinnerung an jemanden bedeutet, in der Vergangenheit gefangen zu sein. Ganz im Gegenteil. Manchmal gibt einem die Erinnerung einen Grund zu fragen, was sich in Zukunft ändern muss. Für mich geht es bei der Frage nach Gerechtigkeit also nicht unbedingt darum, einen Moment zu erreichen, in dem alle endlich sagen können: «Es ist vorbei.»

Manchmal bedeutet Gerechtigkeit, dafür zu sorgen, dass das, was geschehen ist, weiterhin Konsequenzen hat, in unserer Erinnerung, in unseren Institutionen, in unseren Gesprächen und in der Art und Weise, wie wir andere Menschen behandeln. Für mich ist die zentrale Frage, was mit einer Person geschieht, nachdem die Gewalt stattgefunden hat. Wird sie zu einer Statistik, einer Akte, einer Schlagzeile, oder erkennen wir sie weiterhin als einen Menschen an, dessen Leben von Bedeutung war? ●

  1. Border Forensics ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation und NGO. Sie untersucht Menschenrechtsverletzungen und staatliche Gewalt im Zusammenhang mit Grenzen und Migration durch georäum­liche, visuelle und Open-Source-Methoden.

  • Aliya (sie),

     *1984, ist Musikerin, Fotografin, Songwriterin und Lyrikerin und engagiert sich als Aktivistin bei Justice 4 Nzoy.

  • Nada Sayed,

    *1990, ist Journalistin und Co-Redaktionsleiterin der Neuen Wege.