Neue Wege 5.25 Kollektive Beheimatung

Redaktion Neue Wege, 27. August 2025
Neue Wege 5.25

«Beheimatung», so die bekannte Autorin und Aktivistin Emilia Roig in der Ausgabe 5.25 der Zeitschrift Neue Wege, «ist ein politischer Akt.» Roig schreibt aus einer persönlichen, gleichzeitig queeren, Schwarzen und jüdischen Perspektive. Beheimatung bedeute für sie, Räume zu schaffen, in denen Zorn Platz habe und Schmerz erzählt werden dürfe, in denen Menschen kollektiv trauern und sich darum kümmern könnten, sich zu verbinden. Ein solches «Wir» liege jenseits dessen, «was wir bisher denken konnten».

Die Zeitschrift Neue Wege hat zahlreiche Autor* innen eingeladen, über kollektive Beheimatung und eigene Zugehörigkeiten nachzudenken. Dazu gehören Hannan Salamat, Mitarbeiterin des Zürcher Instituts für interreligiösen Dialog ZIID, Wagdy El Komy, in der Schweiz lebender ägyptischer Schriftsteller, Yaren Kırmızıtaş, migrations- und friedenspolitische Mitarbeiterin von «Frieda», Artan Islamaj, Co-Direktor des Instituts Neue Schweiz INES oder die an den Neuen Wegen regelmässig mitarbeitenden Charlotte Jacobs, Helena Rust und Stefanie Arnold. 

Die Neuen Wege möchten Raum schaffen und Teil von neuen Räumen werden, in denen über Grenzen hinweg Hoffnung wachsen kann. Entstehen soll eine «Trotzgemeinschaft» – um den Begriff der Theologin Sarah Bach aus ihrem Beitrag aufzugreifen –, die dem Geist dieser Zeit Widerstand entgegensetzt. Dem Geist autoritärer und ungebrochen marktgläubiger Macht, die gesellschaftlichen Zusammenhalt und gemeinschaftliche Erfahrung systematisch verhöhnt und zerstört. Dem Geist faschistischer Kräfte, die durch Ausgrenzung anderer die Vorherrschaft der eigenen Gruppe beanspruchen. Räume der kollektiven Beheimatung sind für Menschen mit ungesicherten, mehrfachen und umkämpften Zugehörigkeiten existenziell. Sie ermöglichen Erfahrungen eines neuen vielfältigen «Wir», das Differenzen nicht einebnet.


Inhalt

Jenseits der Illusion eines harmonischen «Wir»
Emilia Roig

«Wir sind hier, um politische Grenzen zu verschieben»
Neue Wege-Gespräch mit Mandy Abou Shoak, Sibel Arslan und Samir

Über das Wagnis kollektiver Beheimatung
Hannan Salamat

Zugehörigkeit unabhängig vom Pass
Wagdy El Komy

Beheimatung im Dazwischen
Nikola Burić

Eine Suche nach Zugehörigkeit
Yaren Kırmızıtaş

Die Vielfalt des «Wir»
Cenk Akdoganbulut

Postmigrantische Selbstverständlichkeiten
Artan Islamaj

Solidarität oder Loyalität?
Charlotte Jacobs

Raus aus der Nische
Stefanie Arnold

Schritte ins Ungewisse
Helena Rust

Trotzgemeinschaft 
Sarah Bach


Anstoss!: Wolkenschrift
Iren Meier

Weltenlage: Gaza, die Welt im Fragment
Viola Raheb

Gefühlsduselei: ¡Ni una menos!
Geneva Moser und Anne-Christine Halter

Lesen: 500 Jahre Bauernkriege
Beat Dietschy

Lesen: Verzichten
Köbi Gantenbein

Nadelöhr: Zivildienst muss bleiben
Matthias Hui

In eigener Sache: 
Wechsel in der Redaktionsleitung / Abschied von Léa Burger aus der Redaktion / Anja Metzler, Administration, ist gestorben


Beilage Erwägungen 2/2025: Befreiungstheologie – damals und heute


Bestellung Einzelheft (60 Seiten, CHF/EUR 12.-): 
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